Welche Bußgelder wurden in Deutschland tatsächlich verhängt?

Die deutschen Aufsichtsbehörden haben seit Geltung der DSGVO (25. Mai 2018) zahlreiche Bußgelder verhängt. Die Tendenz ist deutlich steigend.

Herausragende Bußgelder in Deutschland (Auswahl):

  • H&M (Hennes & Mauritz): 35,3 Mio. EUR (2020, HmbBfDI) - Systematische Überwachung und Erfassung privater Lebensumstände von Beschäftigten am Standort Nürnberg. Einer der höchsten Bußgelder in Deutschland.
  • 1&1 Telecom GmbH: 9,55 Mio. EUR (2019, BfDI) - Unzureichende Authentifizierungsmassnahmen bei der telefonischen Kundenbetreuung. Vom Gericht später auf 900.000 EUR reduziert.
  • Deutsche Wohnen SE: Ursprünglich 14,5 Mio. EUR (2019, BlnBDI) - Vorhalten eines Archivsystems ohne Löschmechanismen. Nach langen Rechtsstreitigkeiten aufgehoben und neu verhandelt.
  • notebooksbilliger.de: 10,4 Mio. EUR (2021, LfD Niedersachsen) - Überwachung von Beschäftigten durch Videokameras ohne Rechtsgrundlage über zwei Jahre.

Internationale Vergleichswerte (zum Kontext):

  • Meta (Facebook): 1,2 Mrd. EUR (2023, Irland) - Unrechtmäßige Drittlandsübermittlung
  • Amazon: 746 Mio. EUR (2021, Luxemburg) - Verarbeitung für Werbung ohne Einwilligung
  • WhatsApp: 225 Mio. EUR (2021, Irland) - Verstöße gegen Transparenzpflichten

Trends und Tendenzen:

Die Aufsichtsbehörden orientieren sich zunehmend an den EDSA-Leitlinien zur Bußgeldberechnung (Guidelines 04/2022), die eine umsatzbasierte Berechnung vorsehen. Die Anzahl und Höhe der Bußgelder steigt jährlich. Neben Bußgeldern setzen die Behörden verstärkt auch auf Anordnungen und Verarbeitungsverbote.

Quellen

Art. 83 DSGVOöffentliche Berichte der deutschen AufsichtsbehördenEDSA-Leitlinien 04/2022

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